Dienstag, 28. April 2015
Drei Männer erobern Kinderherzen

Ihr Publikum klatscht, singt,  tanzt – und ruft schon mal beim zweiten Lied nach einer Zugabe. Mit ein Grund, weshalb David Exer, Simon Rohrer und Jonas Reding entschieden, Musik für Kinder zu machen.

Auf dem Fensterbrett stehen Überraschungseier-Figuren, in der Ecke eine farbige Schreibtafel und unter dem Schlagzeug liegt ein Strassenspielteppich. Auf den ersten Blick – und abgesehen von den zahlreichen Instrumenten – erinnert herzlich wenig an einen Proberaum. Trotz der Spielsachen wird am Bahnhofweg 1 in Immensee seriös musiziert  und hart gearbeitet, wie ein Besuch der Schreiberin beweist.

«Der dreistimmige Refrain klang schräg», «der Übergang haute nicht hin» oder «das machen wir noch einmal von vorne», lauten die Kommandos, die Bandleader David Exer in der zweistündigen Probe am Dienstagabend gibt. Der 28-jährige Immenseer ist die treibende Kraft hinter den drei Chindschöpf, wie sich die Bandmitglieder selber nennen. Immerhin profitiert Exer auch am meisten von den selbst produzierten und grösstenteils von ihm geschriebenen Kinderliedern. Seit sechs Jahren unterrichtet der Sänger und Gitarrist in Oberarth Kindergärtler. «Es gibt so viele Kinderlieder», hatte er vor der Bandgründung zu Schlagzeuger Simon Rohrer gesagt, «aber die passen oft einfach nicht.»

«Der hat doch einen Vogel»
Also begann Herr Exer schon bald eigene Lieder zu schreiben, wenn einem Schüler der Zahn wackelte oder eine Schürfwunde besungen werden musste. Weil seine Songs bei seinen Schülern sehr gut ankamen und er sie musikalisch weiter ausbauen wollte, fragte Exer im Dezember 2012 zwei Freunde, ob sie mit ihm eine Kinderband gründen wollten. «Der hat doch einen Vogel», dachten Jonas Reding und Simon Rohrer – im ersten Moment. Als sie beim darauffolgenden Treffen vor Ideen nur so sprudelten und die Zeit «mega schnell vorbeiging, als wir selber in unseren eigenen Kindheitserinnerungen schwelgten», wie Reding heute sagt, fingen Sie Feuer.

Innerhalb eines halben Jahres entstand ein gutes Dutzend Lieder, die Namen tragen wie De Sandchaschtekönig, Dr. Spürio oder De Meister Gigigampfi. Einig war sich das Trio auf Anhieb – nicht nur was Inhalt, sondern auch Form ihrer Kinderband anbelangte. Etwa, dass sie «Musik für alle mit Texten für Kinder» und auf der Bühne  «kein Theater» machen wollen. «Sobald du eine Clownnase anhast», weiss David Exer, «lacht ein Kind. Wir haben den Anspruch, das allein mit unserer Musik zu schaffen.» Unterhalten will Zwirbelwind auch deren Eltern, die sie zum Konzert begleiten. «Unsere Texte sind nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern kurze, schöne Märchen», sagt Rohrer. «Und darin», ergänzt Reding, «greifen wir Lebenssituationen auf, an die sich auch Erwachsene noch gut erinnern können.»

Ihr grösstes Ziel nach der ersten CD, die vor gut zwei Wochen erschien, sei «weiterhin viel Spass zu haben, sprich: Viele weitere beflügelnde Konzerte zu geben», wie Rohrer sagt. Kinder, bestätigt Exer, seien das «dankbarste Publikum überhaupt. Kaum geht die Tür auf stehen sie fast auf der Bühne und würden am liebsten ans Schlagzeug sitzen.» Dass Zwirbelwind in Zukunft oft auf der Bühne stehen wird ist absehbar – worauf auch die über 100 Vorbestellungen ihrer brandneuen CD hindeuten.

Hinweis
Hörproben und weitere Infos sind zu finden unter www.zwirbelwind.com