33web regierung Freitag, 1. Mai 2020
Küssnacht bald zurück in der Regierung?

Die politischen Karrieren von Michael Fuchs und Sandro Patierno verliefen jahrelang parallel und bei vielen Themen vertreten sie ähnliche Haltungen. Am 17. Mai kann jedoch nur einer gewinnen.

fab. Der zweite Wahlgang der Schwyzer Regierungsratswahl läuft auf ein Duell zwischen Michael Fuchs (SP) und Sandro Patierno (CVP) hinaus. Daran ändert wohl auch das Auftauchen eines dritten Kandidaten nichts. Blickt man auf das Resultat des ersten Wahlgangs, startet Patierno aus der Pole-Position. Er verpasste das absolute Mehr äusserst knapp und distanzierte Fuchs um 2000 Stimmen. Nur: Zweite Wahlgänge schreiben ihre eigenen Gesetze, insbesondere wenn sich das Kandidatenfeld stark verkleinert hat. Fuchs und Patierno zeigen sich mit Blick auf den 17. Mai zuversichtlich. «Jetzt gehe ich in die Verlängerung und bin topmotiviert», sagt Letzterer. Er sei überzeugt, den zweiten CVP-Regierungsratssitz verteidigen zu können. Michael Fuchs hofft indes, dass der freie Sitz in die Hände der SP fällt. Seit 2012 sind die Sozialdemokraten in der Schwyzer Regierung nicht mehr vertreten. Fuchs plädiert denn auch für eine ausgewogene politische Zusammensetzung des Regierungsrats: «Möglichst alle politischen Kräfte müssen in der Exekutive vertreten sein.»

Wahlerfolg nur mit überparteilicher Unterstützung
Da mit Peter Abegg unlängst noch ein dritter Kandidat ins Rennen stieg, vermehren sich die Schlüsselfragen: Gehen FDP- und SVP-Wähler am 17. Mai an die Urne? Wen präferieren sie? Welchen Einfluss hat Abeggs Kandidatur auf die Ergebnisse von Fuchs und Patierno? Naheliegend ist, dass Abeggs Kandidatur Sandro Patierno Stimmen kosten dürfte. Die Antwort auf die zweite Frage versuchen Michael Fuchs und Sandro Patierno derweil zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Sie müssen sich rechts der Mitte stehenden Wählern schmackhaft machen. Fuchs streicht deshalb hervor, was man ihm als ehemaligen Bezirkspolitiker zurecht nachsagt: Dass er lösungsorientiert über alle Parteigrenzen hinweg arbeite, sachorientiert, pragmatisch und konstruktiv sei. Nicht zuletzt zieht Fuchs auch mit dem Argument ins Feld, es brauche im Regierungsrat eine ausgewogene regionale Zusammensetzung. Seit 2008 ist der Bezirk Küssnacht nicht mehr im Regierungsrat vertreten. Diese Argumente stossen bei Küssnachter Bürgerlichen offenbar auf Gehör. Hier hat Fuchs nämlich namhafte überparteiliche Unterstützung gefunden: In Inseraten empfehlen ihn unter anderem Carole Mayor (FDP), Hansheini Fischli (FDP), Beat Ehrler (SVP) und Stefan Kaiser (FDP) zur Wahl.
Anders entschieden haben sich der Küssnachter alt Regierungsrat Alois Christen (FDP) und Angela Hess-Christen (FDP). Sie unterstützen Fuchs’ Kontrahenten Patierno. Letzterer preist sich als lösungsorientierten, zielgerichteten Politiker mit Teamplayer-Qualitäten an. «Als Bezirksammann des grössten Schwyzer Bezirks mit seinen 15 Gemeinden habe ich bewiesen, dass ich für die FDP und SVP ein verlässlicher Partner bin», sagt er gegenüber dem ‹FS›. «Ich bin klar bürgerlich und muss mich im Wahlkampf nicht verbiegen.» Auch der Anspruch der CVP auf den zweiten Regierungsratssitz sei unbestritten, die Partei seit Jahrzehnten eine wichtige und einflussreiche Regierungspartei.

Was die beiden Kandidaten eint, wo sie sich unterscheiden und was der Dritte im Bunde bewirken will, erfahren Sie in unserer aktuellen Freitagsausgabe.