59web klausjagen karikatur Samstag, 1. August 2020
Findet der Chlaustag heuer statt?

Im Jahr 2020 ist das Undenkbare plötzlich denkbar geworden: Der Chlaustag steht auf der Kippe. Einen Entscheid hat die St. Niklausengesellschaft aber noch nicht gefällt.

mn. Konzerte, Open-Airs, Sportanlässe – alles abgesagt wegen der Corona-Pandemie. Des traditionellen Küssnachters kühnste Ängste aber haben sich bis anhin nicht bewahrheitet. Der Chlaustag wurde (noch) nicht abgesagt. Ist die Angst berechtigt, dass er dieses Jahr nicht oder nur unter Einhaltung von Schutzmassnahmen, wie es Patrick Neugart in seiner Karikatur (oben) darstellt, stattfindet? Für René Räber, Präsident der St. Niklausengesellschaft, ist der Fall klar, zumindest was die momentane Situation betrifft: «Aktuell wäre eine Grossveranstaltung mit 25 000 Zuschauern nicht bewilligungsfähig.» Was das aber für den Chlaustag am 4. Dezember – der 5. Dezember ist ein Samstag – bedeutet, kann Räber noch nicht sagen: «Vorerst können wir nur abwarten, ob, wann und wie die Beschränkungen für Grossanlässe gelockert oder aufgehoben werden. Aktuell wäre selbst die Durchführung der GV im bisherigen Rahmen kritisch.»

Entscheid kurz vorher?
Das aktuelle Grossanlassverbot dauert noch bis Ende August. Wie der ‹Tages-Anzeiger› am Dienstagabend berichtete, erwägt der Bundesrat, die 1000-Personen-Limite allenfalls bis März 2021 zu verlängern. Denkbar sei aber auch eine Bewilligungspflicht. Somit läge der Ball bei den Kantonen, welche grössere Anlässe – vermutlich unter Auflagen – bewilligen müssten. «Wird eine solche Bewilligung wegen der Covid-Beschränkungen nicht erteilt, ist kaum denkbar, dass der Vorstand grünes Licht zur Durchführung gibt. Wenn Einzelne dann trotzdem klausjagen, liegt das ausserhalb der Verantwortlichkeit des Vorstands», so Räber. Eine Stellungnahme des Bundesrates zu den Grossanlässen wird nicht vor Mitte August erwartet. Was den Chlaustag betrifft, ist es gut möglich, dass der Entscheid über die Durchführung relativ kurzfristig gefällt wird. Präsident René Räber: «Zum Glück haben wir keine lange Vorlaufzeit und müssen für die Durchführung auch keine grossen Investitionen tätigen. Wir können noch Mitte November entscheiden.»